Veranstaltungsdetails

09. Juni 2026

Forschungsgruppe SCO-TTi und Infineon treiben europäische KI-Innovationen für die Industrie der Zukunft voran

Internationale Partner des EU-Projekts AIMS5.0 trafen sich in Heraklion, um neue Ansätze für nachhaltige und KI-gestützte Produktionssysteme zu entwickeln – begleitet von weiteren Impulsen der europäischen Halbleiter- und Forschungscommunity bei der APCM-Konferenz in Sizilien.

Die Hochschule Zittau/Görlitz hat gemeinsam mit internationalen Partnern ein zentrales Arbeitstreffen im europäischen Großforschungsprojekt AIMS5.0 veranstaltet. Eingeladen von Dr. Loukas Michalas von der “Foundation for Research and Technology – Hellas“ kamen dafür in Heraklion Partner aus ganz Europa zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in einer nachhaltigen industriellen Produktion untersuchen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand der intensive Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Zwölf europäische Use Cases präsentierten ihre Fortschritte und untersuchten gemeinsam, wie innovative Technologien künftig noch gezielter in Produktionsprozesse integriert werden können und welche zentralen Erkenntnisse die letzten drei Jahren der gemeinsamen Forschungsarbeit brachten. Solche Treffen sind entscheidend, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die industrielle Praxis zu entwickeln. 

Vertreten wurde die Hochschule vor Ort durch Prof. Sophia Keil sowie Forschungsmitarbeiter Pascal Herfort vom HSZG-Forschungsteam SCO-TTi. Die HSZG übernahm dabei als Workpackage-Leiter gemeinsam mit dem kürzlich ernannten Honorarprofessor Germar Schneider die Leitung in der inhaltlichen Gestaltung und der Koordination der weiteren Arbeitsschritte. Die Forschungsgruppe SCO-TTi übernimmt im Projekt eine strategische Schlüsselrolle bei der Entwicklung menschzentrierter KI-Anwendungen und der Gestaltung neuer Kooperationsmodelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Prof. Schneider von Infineon Technologies Dresden und die HSZG verbindet bereits eine lange Partnerschaft, aus der schon zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte hervorgegangen sind und die Position der HSZG im internationalen Umfeld als eine forschungsstarke und anwendungsorientierte Hochschule stärkt.
 

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen der HSZG im Rahmen des AIMS5.0-Projekts war eine großartige Erfahrung – hoch engagierte Menschen, ein toller Campus und ein angenehmes Umfeld. Forschung profitiert wesentlich von diesem lebendigen Austausch über Ländergrenzen hinweg. So können neue Ideen in der Welt gestreut werden und gleichzeitig die Relevanz und Wahrheit der eigenen Forschung im kritischen Dialog mit Forschungskollegen diskutiert werden.

Venugopal Ramadasu, Wissenschaftler an der Wirtschaftsuniversität Wien als internationaler Kooperationspartner der HSZG

Internationale Forschung zeigt ihre Stärke dort, wo sie über Grenzen hinweg zusammenwirkt. Im AIMS5.0-Projekt wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz industrielle Prozesse intelligenter, nachhaltiger und menschzentrierter macht – und wie aus wissenschaftlicher Exzellenz konkrete Innovationen für Wirtschaft und Gesellschaft entstehen.

Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil, Prorektorin Forschung, Transfer und Internationalisierung

Das EU-Projekt AIMS5.0 hat in Heraklion einen beeindruckenden Höhepunkt erreicht. Wir haben gemeinsam an 12 konkreten Use Cases gearbeitet, die eines klaren Ziels dienen: Die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der europäischen Industrie neu zu definieren. Die Ergebnisse der Partner waren nicht nur vielversprechend, sondern absolut herausragend. Es war ein Beweis dafür, was möglich ist, wenn Expertise und Zusammenarbeit Hand in Hand gehen. Ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligten für diesen großartigen Erfolg!

Prof. Dr. Germar Schneider, Infineon Technologies Dresden

Menschzentrierte KI-gestützte Arbeitsumgebungen

Im Fokus der HSZG-Forschung steht die Entwicklung menschzentrierter KI-gestützter Arbeitsumgebungen. Ziel ist es, Produktionsdaten intelligent zu analysieren und in Entscheidungsunterstützungssysteme zu überführen. Dabei steht immer die Frage im Mittelpunkt, wie der Mensch KI sinnvoll nutzt und als souveräner Partner im Produktionsprozess agiert.

Das Projekt vereint akademische Forschung mit Partnern aus der industriellen Produktion – von kleinen Unternehmen bis hin zu hochautomatisierten Fertigungsbetrieben – und schafft so eine enge Verzahnung von Forschung und Anwendung. Diese breite Aufstellung ermöglicht es, innovative Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln. Internationale Kooperationen wie die im Rahmen des EU-Projektes AIMS5.0 stärken nicht nur die Forschungsleistung der HSZG, sondern eröffnen auch die Möglichkeit, zentrale gesellschaftliche Herausforderungen gezielt anzugehen. Themen wie Nachhaltigkeit, Resilienz und Menschzentrierung werden dabei nicht nur theoretisch erforscht, sondern im Rahmen von Transferprojekten unmittelbar in industrielle Prozesse integriert.

Strategische Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie

Die internationale Sichtbarkeit der HSZG zeigt sich auch über das AIMS5.0-Projekt hinaus. So trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Halbleiter- und Hightech-Community zuletzt auf der APCM-Konferenz in Sizilien. Dort präsentierten Prof. Dr. Sophia Keil und Prof. Dr. Germar Schneider den gemeinsamen Beitrag „Co-Creating the Future: Agile Research Partnerships for Global High-Tech Leadership“. Im Mittelpunkt standen neue Modelle strategischer Forschungskooperationen zwischen Hochschulen, Industrie und internationalen Partnern als Grundlage für technologische Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsstärke Europas. Prof. Schneider hob dabei insbesondere die zentrale Bedeutung strategischer Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie hervor. Erfolgsentscheidend seien vor allem Geschwindigkeit im Wissens- und Technologietransfer, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und industrieller Anwendung.

Darüber hinaus präsentierten Prof. Keil, Prof. Schneider und Prof. Dr. Fischer gemeinsam die neuen Halbleiterstudiengänge der HSZG „Halbleiterprozesse und Materialchemie“ (B.Sc.) sowie „Mechatronics for Manufacturing“. Die Studienangebote adressieren den wachsenden Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften in der europäischen Halbleiterindustrie und verbinden anwendungsorientierte Lehre mit aktuellen Forschungs- und Industrieanforderungen.

Neues Vorhaben „SuperComp“

Bereits jetzt richten die Projektpartner den Blick nach vorn: Gemeinsam wird im neuen Vorhaben „SuperComp“ gearbeitet, das europäische Produktionsstandorte auf zukünftige Produktionsumgebungen vorbereiten soll. Im Fokus stehen dabei der Einsatz humanoider Robotik und KI-basierter Systeme, die Produktionsprozesse flexibler, effizienter und zugleich nachhaltig gestalten sollen.

Die Dynamik der internationalen Zusammenarbeit setzt sich auch in den kommenden Wochen fort: Bereits vom 15. bis 18. Juni 2026 treffen sich die Projektpartner erneut in Madrid zum offiziellen EU-Review des AIMS5.0-Projektes. Dort werden die bisherigen Forschungsergebnisse und Fortschritte gegenüber Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission sowie den Fördergebern präsentiert und bewertet. Das Review markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung der Projektziele und zur Überführung der entwickelten KI-Lösungen in industrielle Anwendungen.

Mit ihrem Engagement in europäischen Forschungsnetzwerken, internationalen Industriekooperationen und zukunftsorientierten Bildungsangeboten stärkt die HSZG ihre Rolle als sichtbarer Innovationspartner im europäischen Hightech- und Halbleiterökosystem und gestaltet aktiv die Industrie der Zukunft mit.
 

Foto: Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil
Ihre Ansprechperson
Prof. Dr. rer. pol.
Sophia Keil
Rektorat
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 16
Gebäude Z I, Raum 1.51.3
1. Obergeschoss
+49 3583 612-3010
Ihre Ansprechperson
M.Sc.
Pascal Herfort
Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen
02763 Zittau
Schliebenstr. 21
Gebäude Z II, Raum 015.2
Erdgeschoss
+49 3583 612-4620

Förderhinweis:

The project AIMS5.0 is supported by the Chips Joint Undertaking and its members, including the top-up funding by National Funding Authorities from involved countries under grant agreement no. 101112089. The participating countries are Austria, France, Germany, Greece, Hungary, Italy, Latvia, Netherlands, Poland, Spain, Sweden and Turkey.