Demokratie und Partizipation
Nicht erst mit den Wahlerfolgen der AfD seit 2015/16 und den PEGIDA-Protesten sind populistische und extrem rechte Ideologien und Kulturen, Bewegungen und Parteien, aber auch Handlungsmuster und Strategien organisierter Akteure sowie Phänomene von Demokratieskepsis und Radikalisierung in das Zentrum gesellschaftspolitischer Aufmerksamkeit und politisch-soziologischer Forschung gerückt. Das gilt insbesondere für periphere ländliche Räume, für Ostdeutschland und für Sachsen. Das TRAWOS-Institut versteht diese Phänomene als Teil einer weltweiten Hinwendung zum Autoritären, bearbeitet sie aber im Kontext der konkreten lokalen und regionalen Strukturen und Gegebenheiten – der Geschichte Sachsens, dem Erbe der DDR-Gesellschaft wie des deutschen Vereinigungsprozesses und der langen Regierungszeit der sächsischen CDU, aber auch spezifischer lokaler Bedingungen etwa in der Stadt Dresden oder im (peripheren) ostsächsischen Grenzraum.
Dabei interessiert sich das TRAWOS auch für den gesellschaftlichen Umgang mit diesen Entwicklungen und untersucht ihre institutionelle Bearbeitung, etwa in der politischen Bildung, durch Angebote der Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention. Es fragt aber auch nach den Gelingensbedingungen demokratischer Beteiligung und einer inklusiven Gestaltung sozialen Wandels – von der Makroebene der Demokratie als Herrschaftsform bis zur Mikroebene der Demokratie als Lebensform und Alltagspraxis.
In diesem Zusammenhang erprobt das TRAWOS auch innovative, partizipative und transdisziplinäre Forschungsansätze und fragt: Wie muss innovative Forschung gestaltet werden, um das Gelingen von Inklusion und Partizipation effektiv, konsequent und nachhaltig zu unterstützen? Wie kann partizipative Forschung genutzt werden, um Herausforderungen moderner Demokratien und des sozialen Wandels nicht nur reaktiv zu bearbeiten, sondern prospektiv zu gestalten? Dabei geht es immer auch darum, die Rolle der Sozialwissenschaften in der Demokratie und ihrer Transformation kritisch zu reflektieren.
Exemplarische Drittmittelprojekte dieses Schwerpunktes in den letzten 10 Jahren waren bzw. sind:
1. ENKOR
2. BePart
3. JuBReg
4. Partizipative (Sozial)Forschung
5. Demokratie braucht Demokratinnen
6. Hoffnung und Wut