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Vom Grenzraum zum Verflechtungsraum: Forschungsperspektiven auf regionale Kooperationen
TRAWOS-Mitglied Leonie Liemich auf der Frühjahrstagung der Akademie für Raumentwicklung der Leibniz-Gemeinschaft
TRAWOS-Wissenschaftlerin Leonie Liemich stellt beim ARL-Forum in Słubice Forschungsergebnisse aus dem L&T-Projekt vor
Wie kann grenzüberschreitende und regionale Zusammenarbeit langfristig gelingen? Welche Rolle spielen dabei Wissenschaft, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und internationale Partner? Und wie können aus einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprojekten dauerhafte Kooperationen entstehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Leonie Liemich, assoziierte Wissenschaftlerin des TRAWOS – Instituts für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung der Hochschule Zittau/Görlitz, bei der gemeinsamen Frühjahrstagung der Regionalen ARL-Foren Nordost und Südost am 11. und 12. Juni 2026 im Collegium Polonicum in Słubice (Polen).
Unter dem Titel „Vom Grenzraum zum Verflechtungsraum – Grenzüberschreitende Raumentwicklung zwischen Polen und Deutschland“ kamen Fachleute aus Wissenschaft, Planungspraxis und Verwaltung zusammen, um über Potenziale und Herausforderungen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei ein Perspektivwechsel: Grenzregionen sollen zunehmend als gemeinsame Verflechtungsräume verstanden werden, in denen funktionale Beziehungen, gemeinsame Herausforderungen und grenzüberschreitende Potenziale im Vordergrund stehen.
Wissenschaft als Schnittstelle für regionale Kooperationen
In ihrem Beitrag stellte Leonie Liemich Forschungserkenntnisse aus dem regionalen Innovationsbündnis Lausitz – Life & Technology vor und richtete den Blick insbesondere auf die Bedeutung von Kooperationen zwischen Wissenschaft, regionalen Unternehmen und internationalen Partnern. Forschungs- und Entwicklungsprojekte können dabei wichtige Impulse für neue Netzwerke und gemeinsame Aktivitäten in der Region geben.
Im Mittelpunkt standen unter anderem folgende Fragen:
Welche neuen Kooperationen können durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Region entstehen?
Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit aus projektbezogenen Kontakten langfristige und tragfähige Kooperationen werden?
Welche Herausforderungen bestehen bei regionalen Forschungskooperationen – insbesondere an Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und unterschiedlichen institutionellen Systemen?
Welche Zukunftsthemen bieten besondere Anknüpfungspunkte für gemeinsame Forschung und Innovation, beispielsweise Energiespeicher und neue Fertigungstechnologien?
Dabei wurde deutlich, dass Kooperation nicht allein durch formale Strukturen entsteht. Entscheidend sind vielmehr persönliche Beziehungen, Vertrauen, regelmäßiger Austausch und konkrete gemeinsame Projekte. Gerade Forschungs- und Entwicklungsprojekte können hierfür eine wichtige Funktion übernehmen: Sie schaffen Räume, in denen Akteure aus unterschiedlichen institutionellen und fachlichen Kontexten gemeinsam an konkreten Herausforderungen arbeiten und neue Kompetenzen aufbauen können.
Von einzelnen Projekten zu einem gemeinsamen Verflechtungsraum
Die Diskussionen des ARL-Forums zeigten, dass diese Erkenntnisse auch für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung sind. Unterschiedliche Verwaltungsstrukturen, Planungssysteme, Rechtsgrundlagen, Fachsprachen und Sprachbarrieren stellen die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen weiterhin vor Herausforderungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass zahlreiche erfolgreiche Projekte bereits zeigen, welche Potenziale in einer stärkeren Verflechtung liegen. Ob bei Mobilität, Klimaanpassung, Gesundheitsversorgung, regionaler Innovation oder wirtschaftlichen Wertschöpfungsketten – gemeinsame Projekte können dazu beitragen, Grenzen im Alltag zunehmend als Schnittstellen und weniger als Trennlinien zu verstehen. Für eine nachhaltige Zusammenarbeit braucht es dabei sowohl institutionelle und strategische Rahmenbedingungen als auch konkrete Projekte und persönliche Netzwerke. Besonders wichtig ist, bestehende Kooperationen nach Abschluss einzelner Förderprojekte weiterzuentwickeln und dauerhaft in regionale Strukturen einzubetten.
Zukunftsthemen gemeinsam bearbeiten
Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Region gewinnen neue technologische und gesellschaftliche Herausforderungen an Bedeutung. Themen wie Energiespeicherung, neue Fertigungstechnologien, Klimaanpassung und regionale Innovationsfähigkeit eröffnen dabei neue Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Akteuren – auch über nationale Grenzen hinweg. Die Tagung in Słubice machte deutlich: Der Weg vom Grenzraum zum Verflechtungsraum ist ein langfristiger Prozess. Forschung und Innovation können dabei wichtige Impulse setzen, indem sie unterschiedliche Akteure zusammenbringen, gemeinsames Lernen ermöglichen und neue Kooperationen anstoßen. Für das TRAWOS-Institut bietet die Verbindung von regionaler Transformation, Forschung und kooperativer Raumentwicklung damit wichtige Anknüpfungspunkte für die weitere wissenschaftliche und praktische Arbeit in der Region.
Hier finden Sie die Präsentation von Leonie Liemich
„Vom Grenzraum zum Verflechtungsraum – Grenzüberschreitende Raumentwicklung zwischen Polen und Deutschland“, 11.–12. Juni 2026, Collegium Polonicum, Słubice.
Weiterführende Infos hier: https://www.arl-net.de/de/blog/vom-grenzraum-zum-verflechtungsraum
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